Wirtschaftsbarometer Obwalden: Die angespannte Geopolitik wirkt sich auf die Obwaldner Wirtschaft aus
Die Wertschöpfung in der Investitionsgüterindustrie ist 2026 weiterhin rückläufig. Leichte Impulse kommen aus der Bauwirtschaft, während sich die übrigen Branchen insgesamt wenig dynamisch entwickeln. Es wird erwartet, dass die Obwaldner Wirtschaft 2026 nahezu stagniert (+0,1 Prozent). Als Kontrastpunkt zu diesen globalen Entwicklungen zeigt der aktuelle Wirtschaftsbarometer im Schwerpunktthema „Pioniergeist im Wandel“, wie die Obwaldner Bergbahnbetriebe innovativ und erfinderisch mit neuen Herausforderungen umgehen.
Die Exportindustrie im Kanton Obwalden steht infolge der globalen Unsicherheit und des starken Schweizer Frankens unter erheblichem Druck. In Kombination mit den US-Zöllen führt dies zu einer deutlichen Belastung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Vor dem Hintergrund dieser herausfordernden Marktbedingungen werden Investitionsprojekte öfter zurückgestellt. Die Wertschöpfung in der Investitionsgüterindustrie in Obwalden wird deshalb im laufenden Jahr voraussichtlich erneut abnehmen.
Die Bauwirtschaft wächst leicht
Die Bauwirtschaft profitiert von Massnahmen zur Verkehrsinfrastruktur wie den Tiefbauarbeiten für den A8-Vollanschluss Alpnach Süd. Im Hochbau laufen die Baubewilligungsphasen für Wohnprojekte in Engelberg und Sarnen. Der allgemeine Bewilligungs- und Gesuchstrend bewegte sich in den letzten Monaten auf einem konstanten, niedrigen Niveau. Als limitierender Faktor wirkt insbesondere die Flächenknappheit im Wohn- und Gewerbesegment. Die Leerstandsquote ist in Obwalden weiterhin sehr tief mit 0,5 Prozent (CH: 1,0 Prozent) im Jahr 2025. Das Problem der Wohnungsknappheit bleibt eine grosse Herausforderung.
Die Aussichten für den Tourismus sind verhalten
Im Tourismus verlief die Wintersaison 2025/26 zufriedenstellend. Ferien in der Schweiz sind bei inländischen und ausländischen Gästen nach wie vor beliebt. Dennoch wird nicht von einem Wachstum ausgegangen, da der starke Franken die Branche belastet und der Krieg im Nahen Osten die Energie- und Flugpreise steigen lässt. Dies wirkt sich negativ auf den gesamten Tourismussektor aus.
Pioniergeist im Wandel: Von den ersten Visionären bis zum TITLIS Tower
Die sieben Obwaldner Bergbahnbetriebe bewegen sich zwischen dreistelligen Millioneninvestitionen, hemdsärmeliger Unternehmenskultur und dem bewussten Verzicht auf traditionellen Wintersport. Anders als vor 100 Jahren stehen heute auch vermehrt Frauen in der Verantwortung und prägen mit, wie sich der alpine Tourismus über Geschäftsmodelle, Wertschöpfung und Positionierung immer wieder neu erfindet. Der aktuelle Wirtschaftsbarometer porträtiert, wie sich die Obwaldner Bergbahnbetriebe den wandelnden Herausforderungen stellen.
Der Wirtschaftsbarometer Obwalden richtet sich an Unternehmen und an Personen, die an der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Obwalden interessiert sind. Er ist eine Gemeinschaftspublikation des Kantons Obwalden, der Obwaldner Kantonalbank, des Gewerbeverbands Obwalden und der Standort Promotion in Obwalden.







