Die Nachfrage im öffentlichen Verkehr (öV) im Kanton Luzern wächst weiter: 2025 nutzten 122,6 Millionen Fahrgäste Bus und Bahn – das entspricht einem Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit der Einführung der Linie 80 und der Verlängerung der S77 nach Zell konnte das öV-Angebot ausgebaut werden. Trotz der positiven Entwicklung führten steigende Kosten zu einem negativen Jahresabschluss.
Im Jahr 2025 verzeichnete der öV im Kanton Luzern erneut einen Anstieg bei den Fahrgastzahlen. Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) zählte 122,6 Millionen Fahrgäste auf den bestellten öV-Linien, was einer Steigerung von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Bahnstrecke EmmenbrückeLuzern bleibt mit durchschnittlich 41’100 Fahrgästen pro Werktag die meistgenutzte Strecke im Kanton Luzern und wuchs im Jahr 2025 um 3,3 Prozent. Besonders stark stieg die Nachfrage auf den Strecken Littau–Luzern (+9,4 Prozent) und Luzern Allmend/ Messe–Luzern (+8,9 Prozent). Gründe dafür sind das neue BLS-Rollmaterial vom Typ MIKA, der Angebotsausbau in Luzern West sowie mehr Fahrgäste rund um Kriens Mattenhof. Pascal Süess, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Luzern, ergänzt: «Die Nachfrage im Bahnverkehr wächst stetig. Umso wichtiger ist die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern (DBL). Mit dem Vorschlag des Bundesrats zur Umsetzung des DBL und des Zimmerbergbasistunnel II wurde am 28. Januar 2026 ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige Bahninfrastruktur in der Zentralschweiz gemacht.»
Höhere Ausgaben belasten Jahresrechnung
Der VVL schliesst die Jahresrechnung 2025 mit einem Verlust von 4,0 Millionen Franken ab, der kurzfristig durch Eigenkapital gedeckt werden kann. Gründe für das negative Ergebnis sind steigende Beiträge an die Transportunternehmen, Investitionen in den fossilfreien öV sowie Änderungen im Verteilschlüssel der Passepartout-Einnahmen. Da der Bund seine Mitfinanzierung reduziert hat und sich Erlöse vom Ortsverkehr (finanziert durch VVL) zum Regionalverkehr verschoben haben, ist die Abgeltung des VVL um 0,3 Prozent gestiegen. Der Kostendeckungsgrad von den vom VVL bestellten Linien betrug im Jahr 2025 65,1 Prozent. Das sind 2,9 Prozent mehr als 2024. Er gibt an, in welchem Umfang der öV durch die Ticketeinnahmen gedeckt ist. Seit 2024 wird zusätzlich der Kostendeckungsgrad des bestellten öV innerhalb des Kantons Luzern betrachtet, dieser beträgt 59,5 Prozent.
Kosten steigen weiter
Der VVL erwartet in den nächsten Jahren weiter steigende Kosten. Durch die Umstellung auf den fossilfreien öV sowie durch die Einführung der Mineralölsteuerpflicht im Ortsverkehr ab 2026 sind höhere Produktionskosten zu erwarten. Diese Kosten können weder durch eine höhere Nachfrage noch durch höhere Fahrpreise kompensiert werden. Hinzu kommen weitere Sparankündigungen des Bundes zulasten der Kantone.
Die heutigen Massnahmen für einen pünktlichen Busverkehr trotz Staus kosten jährlich rund zwei Millionen Franken und belasten das Budget zusätzlich. Lösungen wie elektronische Busspuren oder Dosieranlagen helfen, Busse im Kanton Luzern zuverlässiger und pünktlicher zu machen. Deshalb fordert der VVL konkrete Massnahmen zur Busbeschleunigung.
Wachstumskurs des Tarifverbunds Passepartout wird fortgesetzt
Der Tarifverbund Passepartout erzielte 2025 einen Jahresumsatz von 138,2 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme von 3,5 Prozent. Insgesamt bestätigt das Ergebnis die finanzielle Stabilität und die robuste Marktposition von Passepartout.
Die Vertriebskanäle entwickelten sich 2025 weiter in Richtung digitaler Verkauf und folgen damit dem nationalen Trend. Bereits 72,2 Prozent aller Tickets wurden über Apps verkauft. Das entspricht einer Zunahme von 4,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Umsatzanteil der Apps um 3,7 Prozentpunkte auf 40,1 Prozent. Damit gewinnen mobile Vertriebskanäle weiter an Bedeutung. Demgegenüber setzte sich der Rückgang bei den Automatenverkäufen fort. Noch 18,9 Prozent aller Tickets wurden an Automaten gekauft, womit der Umsatzanteil um 2,2 Prozentpunkte sank.
Der Tarifverbund Passepartout ist ein Zusammenschluss vom Verkehrsverbund Luzern, den Kantonen Obwalden und Nidwalden sowie zwölf Transportunternehmen, mit der Vision, einen einfachen Zugang zum öV als Teil der Gesamtmobilität zu gewährleisten.







