Siegerprojekt für Erneuerung des Landratssaals steht fest

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Der Landratssaal im Rathaus Stans soll umfassend modernisiert werden, ohne seinen historischen Charakter einzubüssen. Nach einem Wettbewerb mit fünf Planerteams hat die Jury nun das Siegerprojekt erkoren. Dieses überzeugt durch eine ausgewogene Verbindung bestehender Strukturen und zeitgemässer Anforderungen an den Parlamentsbetrieb. Interessierte können die Wettbewerbsprojekte am 1. Juli 2026 im Rathaus besichtigen.

Das Rathaus Stans ist seit über 300 Jahren Sitz des Nidwaldner Landrats und zählt zu den bedeutendsten profanen Bauten im Kanton. Die Anforderungen an den heutigen Parlamentsbetrieb werden allerdings nur noch begrenzt erfüllt. Herausforderungen bestehen bei den Platzverhältnissen, der Gebäudetechnik, der Akustik, dem Raumklima sowie bei den Sicherheitsvorgaben. Zudem fehlen die Voraussetzungen, um Mikrofon- und Audiosysteme sowie eine elektronische Abstimmungsanlage zu integrieren.

Deshalb plant der Kanton, den Landratssaal zu erneuern. Hierzu ist mittlerweile ein Projektwettbewerb durchgeführt worden. Für die Teilnahme hatten sich 22 Planungsteams beworben. Das Preisgericht, das unter der Leitung von Architekt Peter Omachen stand und dem weitere Baufachexperten, Vertretende des Landrats und Hochbauamts und der Nidwaldner Denkmalpfleger angehörten, wählte schliesslich fünf Teams zur Ausarbeitung von Projektvorschlägen. «Ziel des Wettbewerbs war es, qualitativ hochwertige und zukunftsgerichtete Lösungen für die Erneuerung des Landratssaals zu erhalten. Das ist gelungen», so Baudirektorin Therese Rotzer-Mathyer. Gesucht wurde ein Projekt, das den denkmalgeschützten Bestand respektiert und sorgfältig weiterentwickelt, funktionale und räumliche Defizite nachhaltig behebt und moderne Arbeitsbedingungen schafft. Gleichzeitig sollen die Eingriffe wirtschaftlich tragfähig sein und kostenbewusst umgesetzt werden. Das Erscheinungsbild des geschützten Gebäudes bleibt unverändert.

Siegerprojekt trägt den Namen «CLAVIS»

Nach mehreren Bewertungsrunden hat das Preisgericht das Projekt «CLAVIS» der Edelmann Krell Architekten ETH SIA BSA aus Zürich einstimmig zum Siegerprojekt erkoren. «Das Projekt besticht durch eine sorgfältige Ausarbeitung, in dem mit präzisen Eingriffen ein funktionaler und ästhetischer Mehrwert geschaffen wird», betont Therese Rotzer-Mathyer. Das Preisgericht würdigte insbesondere auch die qualitätsvolle Gestaltung der Eingangssituation, die Aufwertung des Saals als Ganzes sowie die ausgewogene Verbindung von historischen Strukturen und zeitgemässen Nutzungsanforderungen.

Das Projekt sieht gegenüber der heutigen halbrunden Anordnung neu geradlinige Sitzreihen vor. Dies erlaubt die Montage von Abstimmungsanzeigen an der Rückwand und löst auch das Problem des fehlenden Platzes. Mit Ausnahme der Rückwand, vor welcher Sitznischen für Medienschaffende geplant sind, bleiben die historischen Wände und die Decke erhalten. Da für die Erweiterung Teile des Vorplatzes in Anspruch genommen werden, erfolgt eine Auflösung des Abstandszimmers. Garderoben, Toiletten und eine Küche für Aufenthalte in den Sitzungspausen sollen neu im Geschoss oberhalb des Landratsaals ihren Platz finden. Als Nächstes wird ein Vorprojekt erstellt, bevor darauf basierend das konkrete Bauprojekt mit Kostenvoranschlag ausgearbeitet und dem Landrat zur Beschlussfassung und Kreditgenehmigung unterbreitet wird. Therese Rotzer-Mathyer: «Wenn der angestrebte Zeitplan eingehalten werden kann, soll noch vor Ende 2027 mit dem Baubewilligungsverfahren gestartet werden.»

Zuerst kann sich aber die interessierte Bevölkerung einen Einblick in das Siegerprojekt und die vier weiteren Wettbewerbsbeiträge verschaffen. Diese sind am Mittwoch, 1. Juli 2026, von 14.00 bis 17.00 Uhr im Erdgeschoss des Rathauses ausgestellt und öffentlich zugänglich. Der Vorsteher des Preisgerichts, Peter Omachen, steht vor Ort für Auskünfte zur Verfügung.

Nach Erkenntnissen aus Studie wurde Planung neu ausgerichtet

Die Erweiterung des Landratssaals beschäftigt die Politik seit einigen Jahren. Auslöser war 2020 ein Vorstoss des damaligen Landrats Andreas Gander. In der Folge liess der Regierungsrat eine Machbarkeitsstudie erarbeiten. Dabei wurden drei Varianten (Mini, Midi, Maxi) untersucht, die sich im Umfang der baulichen Eingriffe unterschieden. Die Studie zeigte auf, dass eine Modernisierung möglich ist, gleichzeitig aber den hohen Anforderungen des Denkmalschutzes, des Brandschutzes und der Statik des historischen Gebäudes Rechnung getragen werden muss. Das Landratsbüro sprach sich für die Midi-Variante aus, während die Regierung die weitergehende Maxi-Variante bevorzugte. Nach zusätzlichen statischen Abklärungen zeigte sich allerdings, dass die damals diskutierten Lösungen nur beschränkt umsetzbar waren. Deshalb wurde die Planung neu ausgerichtet und nun ein breit abgestützter Projektwettbewerb durchgeführt.

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