Netzwerktreffen zeigt Wege für bessere Zusammenarbeit

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Netzwerktreffen zeigt Wege für bessere Zusammenarbeit mit Familien

Wie gelingt frühe Bildung und Förderung bei Vorschulkindern mit Migrationshintergrund? Diese Frage stand im Zentrum des kürzlichen Netzwerktreffens «Frühe Kindheit» in Nidwalden. Es ist zentral, Eltern mit Migrationshintergrund Zugang zum Schulsystem zu ermöglichen, damit sie verstehen, welche Rolle sie darin haben. Beim Treffen zeigte sich, dass einfache Massnahmen oft eine grosse Wirkung entfalten können.

«Ich hatte am Anfang das Schulsystem nicht ganz verstanden. Ich wusste nicht, wie es in der Schweiz funktioniert.» Mit diesen Worten schildert ein Vater in einem Fallbeispiel seine Erfahrungen. Sie stehen exemplarisch für viele Familien mit Migrationshintergrund – und bildeten Ausgangspunkt für das 13. Netzwerktreffen «Frühe Kindheit» vom 22. April 2026 in Stans. Knapp 100 Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales diskutierten auf Einladung der kantonalen Gesundheits- und Sozialdirektion, wie frühe Bildung und Förderung für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund gelingen kann.

Die Aussage des Vaters macht deutlich, wie herausfordernd der Einstieg in das Schweizer Bildungssystem sein kann – insbesondere dann, wenn sprachliche und kulturelle Unterschiede hinzukommen. Vielen Eltern ist nicht klar, welche Erwartungen an sie gestellt werden. Diese sollten im Austausch mit den Fachpersonen offen angesprochen werden.

Genau hier setzt die frühe Förderung an. «Eine zentrale Erkenntnis des Treffens war, dass Beziehungen aktiv aufgebaut und Erwartungen frühzeitig geklärt werden müssen. Eltern sollen nicht nur informiert, sondern als wichtige Partner einbezogen werden», sagt Martina Durrer, im Sozialamt für den Bereich «Frühe Kindheit» zuständig. Die Teilnehmenden diskutierten nach Inputs von Janine Hostettler Schärer vom Institut Frühe Bildung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und anhand weiterer Fallbeispiele, wie dies in der Praxis gelingen kann. Dabei zeigte sich, dass einfache Massnahmen oft eine grosse Wirkung entfalten: Eltern gezielt in Institutionen einladen, Abläufe verständlich erklären oder bewusst Zeit für Gespräche einplanen.

Ein weiterer Fokus lag auf der Verständigung. Hierzu ist das Erlernen der deutschen Sprache zentral, nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erziehungsberechtigten. Anfänglich lassen sich sprachliche Barrieren mit geeigneten Mitteln überwinden. Übersetzungshilfen oder visuelle Unterstützung durch Bilder oder Piktogramme können dazu beitragen, Informationen zugänglich zu machen und Missverständnisse zu vermeiden. Die Familien sollen aber ihre Familiensprache weiter pflegen, da Mehrsprachigkeit eine wichtige Ressource ist. So bleiben Kinder in ihrer vertrauten Sprache handlungsfähig und bauen auf vorhandene Kenntnisse auf, was das Lernen weiterer Sprachen erleichtert.

Auch für Eltern wurden konkrete Empfehlungen formuliert: Sie sollen ihren Kindern spätestens ab dem 3. Lebensjahr vielfältige Kontakte zur deutschen Sprache ermöglichen, etwa in Spielgruppen, Kitas oder anderen Angeboten der frühen Förderung. Damit Familien solche Angebote wie Muki-Turnen oder Eltern-Kind-Treffs tatsächlich nutzen, sind sie aber oft auf Unterstützung angewiesen. Hier kommt den Fachpersonen eine wichtige Rolle zu. Wenn sie Angebote kennen, können sie gezielt informieren und den Zugang erleichtern, indem sie Eltern miteinander vernetzen oder Vertrauen für die Teilnahme an Angeboten aufbauen. Eine zentrale Erkenntnis des Treffens war denn auch, dass gut informierte Fachpersonen entscheidend dazu beitragen können, dass Familien passende Angebote finden und nutzen.

Neben fachlichen Inputs und der Präsentation von konkreten Angeboten für Familien mit Migrationshintergrund bot das Netzwerktreffen Raum für Vernetzung. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Wege für Verbesserungen in der Zusammenarbeit und Kommunikation mit Migrationsfamilien anzusprechen.

Treffen fördert Austausch zwischen Fachpersonen

Das Netzwerk «Frühe Kindheit» besteht in Nidwalden seit 2018, fördert den Austausch zwischen Fachpersonen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich und trägt dazu bei, die Rahmenbedingungen für Kinder und Familien im Kanton kontinuierlich zu verbessern. Die Netzwerktreffen finden halbjährlich statt.
Weitere Informationen unter www.nw.ch/netzwerk-kindheit

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