Am Netzwerktreffen „Frühe Kindheit“ des Kantons Obwalden vom 25.Juni2026 setzten sich rund 80 Fachpersonen aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich mit dem Thema Kindeswohl auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Einführung des Online-Instruments „Entscheidungshilfe Kindeswohl“, welche Fachpersonen bei der strukturierten Einschätzung des Kindeswohls unterstützt und zu einem frühzeitigen Handeln beiträgt. Die Entscheidungshilfe ist unter www.gustaf.ow.ch abrufbar.
Die „Frühe Kindheit“ gilt als besonders sensible Entwicklungsphase. Ausreichend Schutz und gezielte Unterstützung fördern eine positive Entwicklung, während belastende Lebenssituationen langfristige Auswirkungen auf Kinder haben können. Vor diesem Hintergrund verfolgte das Netzwerktreffen das Ziel, Fachpersonen fundiertes Wissen und konkrete Handlungsansätze zu vermitteln sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.
Belastungen bei Kindern frühzeitig wahrnehmen
Regierungsrat Christoph Amstad, Vorsteher des Sicherheits- und Sozialdepartements, eröffnete die Veranstaltung und betonte die gemeinsame Verantwortung aller beteiligter Akteure und Akteurinnen: „Ein guter Start ins Leben ist keine Selbstverständlichkeit – aber eine gemeinsame Verantwortung“. Er unterstreicht damit die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung von Kindern und Familien, wo nötig sowie einer koordinierten Zusammenarbeit der Fachstellen.
Im anschliessenden Einstiegsreferat „Wie geht es dem Kind? Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung in der frühen Kindheit“ zeigte Sabine Brunner vom Marie Meier-hofer Institut für das Kind auf, welche Faktoren die kindliche Entwicklung prägen, welche Anzeichen auf mögliche Gefährdungen hinweisen können aber auch, was Kinder für ein gesundes Aufwachsen benötigen. Nadja Galli und Nanette Bucher von der KESB Obwalden erläuterten das Abklärungsverfahren im Falle einer Gefährdungsmeldung. Abschliessend wurde die Entscheidungshilfe Kindeswohl von der Fachstelle Gesellschaftsfragen vorgestellt – ein Online-Instrument zur Einschätzung des Kindeswohl.
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen verschiedene Fallbeispiele und wendeten die Entscheidungshilfe direkt an. Diese praktische Arbeit zeigte auf, wie Fälle differenziert eingeschätzt werden können und welche Handlungsschritte sich daraus ergeben.
Das Netzwerktreffen im Rahmen der Umsetzung der „Strategie Frühe Kindheit“ verdeutlichte: Die frühzeitige Wahrnehmung von Belastungen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachstellen sind entscheidend, um das Wohl von Kindern nachhaltig zu sichern.







