Wichtiger Schritt für den Bahnausbau in der Zentralschweiz: Bundesrat setzt in der Vernehmlassung zur Botschaft 2027 auf Zimmerberg-Basistunnels II und Durchgangsbahnhof Luzern
Der Bundesrat hat heute die inhaltlichen Eckwerte für die Vernehmlassungsvorlage zum Ausbau der Bahninfrastruktur vorgestellt. Die Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs (ZKöV) nimmt erfreut zur Kenntnis, dass der Bundesrat die Realisierung der beiden Zentralschweizer Schüsselprojekte, dem Zimmerbergbasistunnel II (ZBT II) und Durchgangsbahnhof Luzern (DBL), vorsieht.
Im vergangenen Januar hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die ETH Zürich beauftragt, die geplanten Ausbauprojekte aller Verkehrsträger zu überprüfen und zu priorisieren. Die Ergebnisse der Studie Verkehr ’45 bestätigen, dass die Bahninfrastruktur in der Zentralschweiz ausgebaut werden muss, damit die heutigen und zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse erfüllt werden können. Sowohl die Strecke Zürich-Zug-Luzern, als auch der Bahnhof Luzern, als drittgrösster Bahnhof der Schweiz, haben die Kapazitätsgrenze erreicht. Dazu sind zwei Schlüsselprojekte in Planung: der Zimmerberg-Basistunnel II und der Durchgangsbahnhof Luzern. Für eine zukunftsgerichtete und klimafreundliche Mobilität in der Zentralschweiz braucht es beide Infrastrukturprojekte.
Der Bundesrat hat heute beschlossen, welche inhaltlichen Eckwerte er in der Vernehmlassungsvorlage «Verkehr ‘45» und der Botschaft 2027 zum Bahnausbau setzen will. Darin enthalten ist auch die Realisierung der beiden Schlüsselprojekte Zimmerbergbasistunnel II und eine erste Etappe des Durchgangsbahnhofs Luzern. Die zweite Etappe des Durchgangsbahnhofs soll dem Parlament im Jahr 2031 vorgelegt werden. Der Bundesrat beabsichtigt hierfür, bereits heute die Mittel zu reservieren – ein starkes Zeichen für den Bahnausbau in der Zentralschweiz. Die ZKöV nimmt den Entscheid des Bundesrates erfreut zur Kenntnis und begrüsst, dass der DBL als Durchgangs-bahnhof realisiert werden soll. Die ZKöV erwartet, dass parallel zur Erarbeitung der Botschaft die Planungsarbeiten mit voller Kraft weitergeführt werden.
Der Bundesrat hat weiter angekündigt, welche Angebotsmassnahmen bereits bis 2035 umgesetzt werden sollen. In der Zentralschweiz ist die Realisierung des Halbstundentaktes Luzern-Bern vorgesehen. Die ZKöV ist erfreut, dass der Bundesrat an dieser schon lange in Aussicht gestellten Verbesserung festhält und dies nun zeitnah realisiert werden soll.
Durchgangsbahnhof Luzern (DBL)
Der Durchgangsbahnhof Luzern macht aus dem heutigen Kopfbahnhof mit verschiedenen Engpässen eine zeitgemässe, leistungsfähige Mobilitätsdrehscheibe. Das Projekt besteht aus drei Elementen: dem Dreilindentunnel, dem Tiefbahnhof und dem Neustadttunnel. Mit den neuen unterirdischen Zufahrten und Perrons unterhalb des heutigen Kopfbahnhofs behebt der Durchgangsbahnhof die Engpässe im vollausgelasteten Bahnsystem und ermöglicht ein zukunftsfähiges Bahnangebot, wie zum Beispiel ein S-Bahnsystem im 15-Minuten-Takt. Im Mai 2023 wurde das Vorprojekt präsentiert. Im November 2024 hat der Bund die SBB mit der Ausarbeitung des Bau- und Auflageprojekts für die erste Etappe beauftragt, welche den Tiefbahnhof Luzern mit Dreilindentunnel umfasst.
Zimmerberg-Basistunnel II (ZBT II)
Der Zimmerberg-Basistunnel 2 ist ein rund 10,8 Kilometer langer Tunnel zwischen Thalwil und Zug und besteht aus zwei einspurigen Tunnelröhren. Diese schliessen in Thalwil unterirdisch an den bestehenden Zimmerberg-Basistunnel I an. Das Südportal des neuen Tunnels liegt im Raum Litti bei Baar. Das Vorprojekt ist abgeschlossen, und die SBB arbeiten im Auftrag des Bundes an der detaillierten Planung. Für den Ausbau des Bahnangebotes zwischen Zürich-Zug-Luzern sind ergänzende Ausbauten an der Bahninfrastruktur zwischen Baar und Luzern notwendig.
Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs (ZKöV) Die ZKöV ist eine Behördenkonferenz der für den öffentlichen Verkehr zuständigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte der Zentralschweizer Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug. Im schweizerischen Kontext nimmt die ZKöV gemäss Eisenbahngesetz Art. 48d die Funktion einer Planungsregion wahr, und arbeitet aktiv an der Entwicklung der Ausbauschritte der Bahninfrastruktur mit. Vorsitzende der ZKöV ist die Nidwaldner Regierungsrätin Therese Rotzer-Mathyer.







