Obwaldner Staatsrechnung 2025 schliesst dank Nationalbankgeldern besser ab als erwartet
Die Staatsrechnung 2025 des Kantons Obwalden schliesst mit einem leichten Überschuss von knapp 0,5 Millionen Franken ab. Der Regierungsrat hat die Obwaldner Staatsrechnung 2025 zuhanden des Kantonsrats verabschiedet.
Die Erfolgsrechnung schliesst unter Berücksichtigung der ausserordentlichen Buchungen mit einem leichten Überschuss von rund 0,5 Millionen Franken ab. Das operative Ergebnis in der Erfolgsrechnung weist einen Aufwandüberschuss von 10,2 Millionen Franken auf. Hinzu kommen eine zusätzliche Abschreibung in der Höhe von 2,8 Millionen Franken für das Hochwasserschutzprojekt Sarneraatal sowie eine Auflösung der finanzpolitischen Reserven in der Höhe von 13,5 Millionen Franken. Der Bestand der finanzpolitischen Reserven beträgt per Ende Jahr 58,2 Millionen Franken.
Budgetiert war eine Auflösung der Reserven in der Höhe von 21,1 Millionen Franken. „Die unerwartete Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat das Resultat wesentlich verbessert“, hält die Finanzdirektorin Cornelia Kaufmann-Hurschler fest. „Die strukturellen finanziellen Herausforderungen bleiben aber nach wie vor bestehen. Eine konsequente Ausgabendisziplin bleibt darum weiterhin unerlässlich.“
Punktlandung bei den Steuereinnahmen und beim Personalaufwand
Mit 135,8 Millionen Franken fällt der Fiskalertrag um rund 0,2 Millionen Franken oder 0,17 Prozent tiefer aus als budgetiert. Noch kleiner fällt die Abweichung beim Personalaufwand aus. Der budgetierte Betrag wird hier um ca. 37 000 Franken unterschritten, was einer Abweichung von 0,05 Prozent entspricht.
Tieferer Sachaufwand und weniger Ausgaben für die Prämienverbilligung, dafür höhere Spitalkosten
Der Sach- und übrige Aufwand fiel insgesamt tiefer aus als budgetiert: Dies unter anderem dank einer hohen Kostendisziplin, der Auflösung einer Delkredereposition bei Steuerguthaben sowie dem Wegfall einer Kostenstelle. Letztere wurde lediglich für die Weiterverrechnung bestimmter Energiekosten an andere Institutionen verwendet.
Die Prämienverbilligung lag rund vier Millionen Franken unter dem Budget und wies damit nach der SNB-Ausschüttung von rund neun Millionen Franken die zweitgrösste Abweichung auf. Demgegenüber stiegen die Ausgaben für die Spitalversorgung deutlich auf über 54 Millionen Franken an. Budgetiert waren 48 Millionen Franken. Insbesondere die Kosten für die ausserkantonalen Spitalbehandlungen lagen deutlich über dem Budget.
Weniger Investitionen als geplant
Die Investitionsrechnung weist Gesamtausgaben in der Höhe von 116,8 Millionen Franken (budgetiert 135,5 Millionen Franken) und Nettoinvestitionen in der Höhe von 36,9 Millionen Franken aus (budgetiert 43,8 Millionen Franken). Mit rund 46 Millionen Franken stellen die Investitionen für die Nationalstrasse den grössten Ausgabeposten dar (Budget: 51,1 Millionen Franken). Da diese Ausgaben jedoch grösstenteils durch Bundesbeiträge gedeckt sind, wirken sie sich nur geringfügig auf die Nettoinvestitionen aus.
Die Investitionen in die Kantonsstrassen fielen 0,6 Millionen Franken tiefer aus als erwartet; für den Wasserbau wurden rund 7,7 Millionen Franken weniger aufgewendet als geplant. Mit rund 5,3 Millionen Franken Minderausgaben trägt dabei der Hochwasser-Entlastungsstollen den grössten Anteil. Beim Hochbau wurden für die Sanierung und Erweiterung der Psychiatrie zwar rund 3,0 Millionen Franken mehr investiert, was auf eine zeitliche Verschiebung der Projektumsetzung zurückzuführen ist, das Vorhaben bleibt jedoch insgesamt im bewilligten Kreditrahmen. In allen anderen Hochbauprojekten resultieren dagegen Minderausgaben von insgesamt 5,2 Millionen Franken, wodurch gesamthaft 2,2 Millionen Franken weniger verbaut worden sind als geplant. Höher als budgetiert fielen hingegen die Darlehen im Bereich NRP (Neue Regionalpolitik) aus. Statt den budgetierten 1,7 Millionen Franken wurden 3,4 Millionen Franken aufgewendet. Hauptgrund für diese Abweichung war das an die Einwohnergemeinde Engelberg für die Realisierung eines neuen Schwimmbads gewährte Darlehen.
Selbstfinanzierungsgrad ist gesunken und Nettoschuld ist gestiegen
Der Selbstfinanzierungsgrad des Kantons liegt bei minus 3,7 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 34,2 Prozent. Die Nettoschuld ist von 23,3 Millionen Franken auf 62,1 Millionen Franken angestiegen, was einer Schuld von 1 556 Franken pro Einwohnerin und Einwohner entspricht (Vorjahr: 587 Franken).







