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Im Jahr 2025 entwickelte sich die Sicherheitslage im Kanton Nidwalden insgesamt stabil. Die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Straftaten ist gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig zeigen einzelne Deliktsbereiche weiterhin eine erhöhte Dynamik, insbesondere im Bereich der Betrugsdelikte sowie der digitalisierten Kriminalität. Trotz rückläufiger Gesamtzahlen bleibt die Bekämpfung zunehmend komplexer und international vernetzter Kriminalitätsformen eine zentrale Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden. Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt damit insgesamt eine stabile Sicherheitslage im Kanton Nidwalden, verdeutlicht jedoch auch, dass sich Kriminalitätsformen zunehmend verändern und neue Deliktsphänomene, insbesondere im digitalen Raum, an Bedeutung gewinnen.
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Rückgang der polizeilich registrierten Straftaten
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Nidwalden insgesamt 1’287 Straftaten gemäss Strafgesetzbuch registriert. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von rund 10 Prozent beziehungsweise 149 Delikten. Berücksichtigt man zusätzlich die Straftaten gemäss Betäubungsmittelgesetz sowie Ausländer- und Integrationsgesetz, ergibt sich insgesamt eine Abnahme von 159 Straftaten beziehungsweise 10,4 Prozent. Nach dem markanten Anstieg im Jahr 2024 zeigt sich damit im Berichtsjahr eine gewisse Korrektur nach unten. Zu berücksichtigen ist, dass die Zahlen im Vorjahr teilweise durch grössere Ermittlungsverfahren beeinflusst wurden, die zahlreiche einzelne Straftaten umfassten. Im Jahr 2025 zeigt sich dieser Effekt weniger.
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Die Kantonspolizei Nidwalden konnte im Berichtsjahr 45,2 Prozent der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch aufklären. Damit liegt die Aufklärungsquote weiterhin deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt von rund 38,7 Prozent. Insgesamt konnten 378 beschuldigte Personen ermittelt werden (Vorjahr: 372 Personen).
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Die Vermögensdelikte stellen weiterhin den grössten Anteil der polizeilich registrierten Straftaten dar.
Im Jahr 2025 wurden 771 Vermögensdelikte registriert, was rund 60 Prozent aller Straftaten gemäss Strafgesetzbuch entspricht. Während einzelne klassische Delikte rückläufig sind, zeigen sich in anderen Bereichen deutliche Zunahmen. Einbruchdiebstähle gingen leicht zurück, ebenso Fahrzeugdiebstähle. Gleichzeitig nahmen Betrugsdelikte deutlich zu und stiegen um 28 Prozent beziehungsweise 33 zusätzliche Fälle. Bereits im Vorjahr wurde in diesem Bereich eine deutliche Zunahme registriert, was darauf hinweist, dass Betrugsphänomene weiterhin stark an Bedeutung gewinnen. Sachbeschädigungen machten mit 178 Fällen ebenfalls einen erheblichen Anteil der Vermögensdelikte aus. Ein grosser Teil dieser Delikte steht im Zusammenhang mit Diebstählen oder Vandalismus.
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Leichter Rückgang bei Gewaltstraftaten – mehr Tätlichkeiten und mehr Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Nidwalden insgesamt 169 Gewaltstraftaten registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem leichten Rückgang um fünf Prozent beziehungsweise acht Straftaten. Innerhalb des Gewaltgeschehens nahm auch die schwere Gewalt ab. Im Berichtsjahr wurden zwei schwere Gewaltstraftaten registriert, darunter ein versuchtes Tötungsdelikt sowie eine Vergewaltigung. Die weniger schweren Gewaltdelikte gingen insgesamt leicht zurück. Gleichzeitig zeigt sich innerhalb dieser Kategorie eine Zunahme einzelner Deliktsformen. Insbesondere Tätlichkeiten nahmen deutlich zu und stiegen von 61 auf 75 Fälle (+23 Prozent). Ebenfalls weiter angestiegen sind Fälle von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, nämlich von 8 auf 10 Fälle (+25 Prozent). Diese Entwicklung zeigt sich seit mehreren Jahren und stellt insbesondere für Einsatzkräfte und Mitarbeitende im öffentlichen Dienst eine zunehmende Herausforderung dar.
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Häusliche Gewalt nimmt wieder zu – mehr Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Drohungen
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Nidwalden im Kontext häuslicher Gewalt 57 Straftaten registriert. Das sind 17 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einer Zunahme von 43 Prozent. Nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2024 ist damit wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Besonders stark zugenommen haben Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Drohungen im häuslichen Umfeld. Gleichzeitig zeigt der Mehrjahresvergleich, dass die Fallzahlen zwar klar über dem Vorjahr liegen, aber weiterhin unter den Höchstwerten früherer Jahre bleiben. Zusätzlich rückte die Kantonspolizei Nidwalden 2025 zu 26 Interventionen im häuslichen Bereich aus, die keine strafrechtliche Relevanz hatten und ohne weitere polizeiliche Massnahmen abgeschlossen werden konnten. Diese Einsätze zeigen, dass häusliche Konflikte auch dort eine erhebliche Belastung darstellen, wo es nicht zu einem Strafverfahren kommt.
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Digitale Kriminalität insgesamt rückläufig – Cyberbetrug und Phishing nehmen weiter zu
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Nidwalden insgesamt 246 Straftaten im Bereich der digitalisierten Kriminalität registriert. Das sind 40 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang von 14 Prozent. Dieser Rückgang ist jedoch vor dem Hintergrund des Jahres 2024 zu betrachten, das durch ein umfangreiches Einzelfallverfahren stark geprägt war. In wichtigen Teilbereichen nahm die digitale Kriminalität dennoch weiter zu. So stieg der Cyberbetrug von 141 auf 165 Fälle, was einer Zunahme von 17 Prozent entspricht. Ebenfalls deutlich angestiegen sind Betrugsfälle über Internetshops von 4 auf 12 Fälle, Phishing-Angriffe von 33 auf 40 Fälle und Online-Anlagebetrug von 16 auf 22 Fälle. Auch Fälle, in denen deliktisch erlangtes Geld über Konten Dritter weitergeleitet und verschleiert wurde, nahmen von 23 auf 31 Fälle zu. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote in diesem Bereich deutlich von 42 auf 24 Prozent. Dies zeigt, dass digitale Delikte trotz tieferer Gesamtzahlen anspruchsvoll bleiben und die Ermittlungen häufig durch internationale Bezüge, anonyme Online-Infrastrukturen und komplexe Finanzabklärungen erschwert werden.
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Mehr Betäubungsmitteldelikte – Anstieg vor allem beim Eigenkonsum
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Nidwalden 45 Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz registriert. Das sind 14 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einer Zunahme von 45 Prozent. Der Anstieg ist vor allem auf mehr registrierte Konsumfälle zurückzuführen. Rückläufig waren dagegen Straftaten im Zusammenhang mit Handel, Anbau oder Herstellung. Die Aufklärungsquote lag erneut bei 100 Prozent. Das hängt auch damit zusammen, dass solche Delikte häufig im Rahmen polizeilicher Kontrollen festgestellt werden.
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Prävention bleibt zentral
Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt nur Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Nicht erfasst wird das sogenannte Dunkelfeld, also Delikte, die nicht angezeigt oder anderweitig festgestellt werden. Umso wichtiger bleiben Prävention und Sensibilisierung. Informationen zu Einbruchschutz, Betrugsmaschen und digitaler Sicherheit stellt unter anderem die Schweizerische Kriminalprävention zur Verfügung. (www.skppsc.ch). Auf der Webseite www.cybercrimepolice.ch sind die jeweils aktuellsten Betrugsmaschen im Bereich der digitalen Kriminalität ersichtlich.
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Kantonales Bedrohungsmanagement als präventive Ergänzung
Mit dem Kantonalen Bedrohungsmanagement verfügt Nidwalden seit 2025 über ein zusätzliches präventives Instrument der Gefahrenabwehr. Ziel ist es, potenziell gefährliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, strukturiert zu beurteilen und gemeinsam mit den zuständigen Stellen geeignete Massnahmen zu treffen. Im ersten Jahr der operativen Umsetzung nahm die Fachstelle in 30 Fällen eine Ersteinschätzung vor. In 25 Fällen erfolgte eine vertiefte Beurteilung. Zudem wurden 13 Präventivansprachen durchgeführt und in 8 Fällen Verfügungen oder andere Massnahmen ausgesprochen. Diese Zahlen zeigen, dass Sicherheit nicht nur durch Strafverfolgung entsteht, sondern auch durch frühes Erkennen, koordiniertes Handeln und gezielte Prävention.
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Der detaillierte Jahresbericht (Kriminalstatistik 2025) kann unter www.nw.ch heruntergeladen werden.
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