Vergabe des Zentralschweizer Ateliers in New York 2025

Die Kantone Zug, Schwyz und Nidwalden gewähren 2025 drei Kunstschaffenden einen Aufenthalt im Atelier der Zentralschweizer Kantone in New York. Ein viermonatiges Atelierstipendium erhalten die Bildende Künstlerin Sara Liz Marty (ZG), der Filmemacher und Regisseur Michael Krummenacher (SZ) und der Musiker Adrian Würsch (NW).

Seit 2000 betreibt der Kanton Zug zusammen mit dem Kanton Schwyz ein Wohnatelier für Kunstschaffende in New York, an welchem auch die Kantone Uri, Obwalden und Nidwalden beteiligt sind. Für den Aufenthalt in New York können sich Kunstschaffende aller Sparten (Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Fotografie, Film) aus den Zentralschweizer Kantonen bewerben. Die Atelierwohnung befindet sich an der Amsterdam Avenue 502 in der Upper West Side in Manhattan.

Die Möglichkeit eines mehrmonatigen New York Aufenthalts stellt für Künstlerinnen und Künstler ein sinnvolles und nachhaltig wirkendes Angebot im Bereich Kulturförderung dar. Die Kunstschaffenden nutzen den Atelieraufenthalt, um in einem inspirierenden Umfeld neue Erfahrungen und Anregungen zu sammeln, Weiterbildungen zu besuchen und ihr Beziehungsnetz zu erweitern. Das Stipendium beinhaltet die unentgeltliche Benutzung des Wohnateliers sowie einen monatlichen Lebenskostenzuschuss.

Folgende Kultur- und Kunstschaffende sind von den jeweiligen Kulturkommissionen ausgewählt worden:

Sara Liz Marty, Designerin und Künstlerin (Kanton Zug)
Sara Liz Martys Schaffen ist inspiriert vom Thema Heimat und Identität. In New York möchte sie zum einen ihre Arbeit «Filling the Void» erweitern, indem sie das Thema Heimat und Identität in der LGBTQIA+ Community in New York erkundet und in Form von Porträts, begleitenden Audio-Geschichten oder Visualisierungen von Objekten und Texten festhält. Zum anderen strebt sie an, ihre textilen Fertigkeiten weiterzuentwickeln und neue Techniken zu erforschen, die weniger an bestimmte Orte und Maschinen gebunden sind. Zusätzlich möchte sie, ihre Arbeiten in New York ausstellen, um wertvolles Feedback zu sammeln und ihre kreativen Horizonte zu erweitern.

Michael Krummenacher, Filmemacher und Regisseur (Kanton Schwyz)
Der in Schwyz geborene und aufgewachsene Michael Krummenacher hat nach dem Gymnasium zuerst in New York an der Columbia University einen Intensivworkshop in Filmmaking und danach von 2006 bis 2014 ein Regiestudium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München absolviert. Anfangs machte er mit kürzeren, später längeren Filmen auf sich aufmerksam. 2009 realisierte er mit «Hinter diesen Bergen» einen ersten Langspielfilm, der auf sehr gute Resonanz stiess und der deutlich machte, dass der Jungfilmer über ein grosses Potenzial verfügt. Seither war und ist er mit zahlreichen Produktionen – u. a. «Heimatland», «De Räuber Hotzeplotz» oder fürs ZDF «Der Preis der Freiheit» – präsent und wurde dafür mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Seine Filme zeichnen sich durch eine sehr präzise Handschrift aus und überzeugen mit einer starken atmosphärischen Bildgestaltung. 2016 erhielt er den Kulturförderpreis des Kantons Schwyz. Den Atelieraufenthalt in New York will Michael Krummenacher für eine Standortbestimmung nutzen, sowie sich verstärkt dem literarischen Schreiben und der Fotografie widmen.

Adrian Würsch, Musiker (Kanton Nidwalden)
Als freischaffender Musiker ist Adrian Würsch in diversen Bands und Projekten aktiv. Er widmet sich im In- und Ausland, wie beispielsweise in Deutschland, der Türkei, Georgien oder Japan, sowohl dem traditionellen Gut der Schweizer Volks- und Ländlermusik, als auch der aktuellen Volksmusik und den weiteren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Schwyzerörgelis in anderen Musikstilen.

Während seines Aufenthalts in New York plant Adrian Würsch in diesem anregenden Umfeld ein Soloprogramm für Schwyzerörgeli zu entwickeln. Gleichzeitig möchte er Ideen und Erkenntnisse aus dem Studium weiterverfolgen wie Echtzeitklangveränderungen beim Schwyzerörgeli und die Entwicklung und Manipulation von Klangveränderungstools. Volksmusik war immer schon ein Exportgut, das sich im Schmelztiegel der Grossstädte veränderte und weiterentwickelte. Davon möchte Adrian Würsch in New York profitieren.

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