Verbotene Alkohol- und Tabakverkäufe rückläufig – Aufklärungsbedarf bleibt

Der Kanton Nidwalden führt wiederholt Testkäufe auf alkoholhaltige Getränke und Tabakwaren durch. Gegenüber dem Vorjahr ist der Verkauf an zu junge Kundschaft erfreulicherweise deutlich zurückgegangen. Für einen konsequenten Jugendschutz hat ein Teil der Verkaufsstellen aber weitere Anstrengungen zu leisten.

Das Gesetz schreibt vor, dass an unter 16-Jährige keine Alkoholprodukte und an unter 18- Jährige keine Spirituosen und Tabakwaren abgegeben oder verkauft werden dürfen. In Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz führt der Kanton Nidwalden regelmässig Testkäufe durch – zuletzt in diesem Herbst bei rund 30 Verkaufsstellen. Die Auswertung zeigt, dass 22 Prozent der Betriebe Spirituosen und 11 Prozent Tabakwaren an unter 18-Jährige verkauften. Beim Bier verzeichneten 19 Prozent der Verkaufsstellen Fehlverkäufe.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies über alle Produkte hinweg einen erfreulichen Rückgang um mehr als 50 Prozent. «Die Tendenz stimmt uns auch deshalb positiv, weil unter den Fehlverkäufen kein Betrieb war, der bereits im letzten Jahr getestet worden ist. Für einen konsequenten Jugendschutz aber ist es zentral, dass alle Betriebe das Verkaufsverbot einhalten», sagt Lisa Sidler von der kantonalen Abteilung Gesundheitsförderung und Integration. Um eine weitere Reduktion von illegalen Verkäufen zu erreichen, sind Massnahmen wie Schulung von Mitarbeitenden, durchgehende Ausweiskontrollen oder die Einführung entsprechender Kassensysteme durch betroffene Betriebe massgebend.

Regelmässige Testkäufe wirken ebenfalls präventiv. Dies ist wichtig, da ein Zusammenhang zwischen frühem und späterem Konsum im Erwachsenenalter mit dem Risiko von gesundheitsschädigenden Folgen feststellbar ist. Der Kanton setzt auf Sensibilisierung und Information. So unterstützt er den Detailhandel, die Gastronomie und Festveranstaltende bei der Umsetzung griffiger Jugendschutzmassnahmen. Weitere Infos finden sich unter www.jugendschutz-zentral.ch, einem Kooperationsprojekt der Zentralschweizer Kantone.

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