Toxic Love – Prävention von psychischer Gewalt in Paarbeziehungen

Die dreisprachige Kampagne „Toxic Love“ hat das Ziel für häusliche – auch psychische – Gewalt in Paarbeziehungen zu sensibilisieren und zeigt auf, wie man sich in einer solchen Lebenssituation schnell Hilfe holt. Die Gemeinschaftskampagne der Kantone Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Solothurn und St. Gallen wird mitfinanziert vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung und dauert drei Wochen.

Rund 40 Prozent der polizeilich registrierten Straftaten geschehen im häuslichen Bereich. Alle zwei Wochen stirbt in der Schweiz eine Person infolge häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer ist hoch, denn Bevölkerungsbefragungen und Studien lassen vermuten, dass sich weniger als die Hälfte aller Opfer Hilfe holt.

Interkantonale Kampagne zur Reduktion häuslicher Gewalt
Mit der interkantonalen Kampagne „Toxic Love“ werden Betroffene, Beteiligte und Dritte für Warnsignale häuslicher Gewalt sensibilisiert. Sie sollen sich in ihrer Lebenssituation schneller die richtige Unterstützung holen können. Die Kampagne soll dazu beitragen, dass häusliche Gewalt in Paarbeziehungen abnimmt.

Die Kampagne beginnt am 25. November 2023 und wird während drei Wochen mit Plakaten und auf Bildschirmen an Bahnhöfen, im öffentlichen Verkehr und auch online auf Instagram, Facebook und Youtube sichtbar sein.

Toxische Beziehungen kennen oft psychische Gewalt
Von „Häuslicher Gewalt“ spricht man, wenn in bestehenden oder aufgelösten Paarbeziehungen Konflikte vorherrschen, die mit Gewalt ausgetragen werden. Häusliche Gewalt zeigt sich in verschiedenen Formen. Häufig wird auch psychische Gewalt ausgeübt, die schwer zu erkennen ist.

Toxische Beziehungen sind Paarbeziehungen, in welchen psychische Gewalt angewendet wird. Psychische Gewalt meint den Einsatz von verbalen Mitteln, um jemanden zu kontrollieren, emotional zu verletzten oder zu demütigen. Folgen davon können der Verlust des Selbstwertgefühls und die Isolation der betroffenen Person sein. Die Gründe, warum Menschen in einer solcher Beziehung bleiben, sind vielseitig: Einschüchterung, Gefühle der Machtlosigkeit, Versprechungen auf Besserung, Hoffen auf „die guten Zeiten“, finanzielle Abhängigkeit oder Kinder, um nur einige mögliche zu nennen.

Häusliche Gewalt hat viele Formen
Häusliche Gewalt als Oberbegriff meint die Ausübung von Gewalt in aktuellen und ehemaligen Paarbeziehungen oder innerhalb der Familie, sowohl in gemeinsamen als auch in getrennten Haushalten. Nebst der psychischen Gewalt sind auch körperliche Gewalt, die sämtliche Schädigungen gegen den Körper eines Gegenübers umfasst und die wirtschaftliche Gewalt, die vom Arbeitsverbot bis zur finanziellen Kontrolle reicht, Formen häuslicher Gewalt. Von Sexualisierter Gewalt spricht man bei anzüglichen Sprüchen, unerwünschten Berührungen und Zwang zu sexuellen Handlungen. Der Begriff „Stalking“ – ebenfalls häusliche Gewalt – bedeutet, dass Personen nachgestellt und aufgelauert wird.

Weitere Informationen zur Kampagne: www.toxic-love.ch

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