Keine Events ohne Samariterposten

Mit dem Start des Jahres laufen auch die Planungen vieler Events im Sport- oder Unterhaltungssektor wieder an. Fasnachtsanlässe sind schon in vollem Gange und so stehen auch die Samariter wieder im Einsatz . Was braucht es von Seiten beider Organisationen für ein gutes Gelingen? Ein Gespräch mit Theo Peter, Alpnach, verschafft Durchblick.
Theo Peter ist seit 50 Jahren aktives Samaritermitglied. 40 Jahre Samariterlehrer, 12 Jahre im technischen Kader des Verbandes und mit Leib und Seele zum Wohle der Menschen im Einsatz. Er koordiniert zusammen mit seiner Frau Gaby Peter zahlreiche Einsätze an Veranstaltungen.
«Es ist nicht einfacher geworden. Heute braucht es 7 Formulare, einen PC und hinterlegte Programme, bis ein Einsatz an einem Anlass zu Stande kommt» so Theo Peter. Es startet mit der Anfrage des Veranstalters zum ortsansässigen Samariterverein. Die Anmeldung mit einer genauen Beschreibung der Veranstaltung führt zum 1. Formular. Dieses gibt dem Samariterverein die Grundlage für ihren Einsatz. Der Einsatzleiter macht die Risikoanalyse, das heisst beispielsweise, wie viele aktiv Beteiligte werden da sein? Sind sie körperlich stark gefordert (Sportanlässe) – Unfallrisiko? Wie viele Zuschauer sind zu erwarten? Ist mit einer speziell gefährdeten Gruppe zu rechnen? Ist das Gelände unwegsam, rutschig, eisig, usw. um nur einige Kriterien zu nennen. Wie ist der Zeitplan? Alles wird sorgfältigst geprüft, bevor es zur Vereinbarung zwischen dem Veranstalter und dem entsprechenden Samariterverein kommt. Dank der genauen Analyse, kann der Verein dem Veranstalter auch eine Kostenberechnung machen. Die Samariter sind auf sehr humaner Ebene bezüglich ihrer Stundenansätze unterwegs. Sie finanzieren sich durch Mitgliederbeiträge, Spenden, Eventeinsätzen, Kursleitungen und teilweise durch Gemeindegelder, die jedoch nicht von jeder Gemeinde gesprochen werden. Kurzum, Einsätze an Veranstaltungen bilden für sie zwar eine Einnahmequelle, aber das Wohl der Menschen steht für sie im Vordergrund. Jeder kennt es: Man ist froh, wenn etwas geschieht, einen Samariterposten zu entdecken und deren 1. Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen.

Zurück zum Ablauf: Nach der Vereinbarung zwischen dem Veranstalter und dem Samariterverein folgt die Einsatzplanung. Ein gutes Netzwerk ist gefragt. Um einen Posteneinsatz leisten zu können, braucht es eine fundierte Ausbildung. Nur wer den IVR (Interverband Rettungswesen) Ausweis 2 besitzt,  kommt zum Einsatz. Dieser Ausweis beinhaltet verschiedene Ausbildungsstufen, die auch regelmässig aufgefrischt werden müssen. Man ist bei den Samaritern also in guten Händen. Dies auch in Bezug auf Medikamente. Eine genaue Liste, abgesegnet vom zuständigen Arzt des Vereins, wird geschult und kann dann eingesetzt werden. Samariter beurteilen und handeln kompetent. Ob eine Bagatelle oder eine schwerwiegendere Angelegenheit, es gilt zu handeln und kann oftmals lebensrettend sein. Jeder Veranstalter ist froh, wenn möglichst nichts passiert, aber auch genau so froh, dass es die Samariter gibt.
Nach der Veranstaltung kommt es zur ordentlichen Abrechnung aller Beteiligten, in der alle Stunden und Einsätze aufgeführt sind. Vieles im Hintergrund geschieht ehrenamtlich, so auch bei den OK’s der Veranstaltungen. Ein Hand-in-Hand-Spiel, welches zu fröhlichen Stunden für die Bevölkerung führt und ein paar Gedanken wert sind.

Christina Lustenberger

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