Kanton stellt seine Flotte stufenweise auf CO2-neutrale Fahrzeuge um

Der Kanton Nidwalden setzt in Zukunft auf CO2-neutrale Fahrzeuge. Der Regierungsrat hat dazu eine entsprechende Strategie verabschiedet. Dadurch möchte der Kanton eine Vorbildfunktion einnehmen. Mitarbeitende sollen ausserdem die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Fahrzeuge direkt beim Arbeitgeber zu laden.

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Schweizweit und auch im Kanton Nidwalden werden immer mehr Elektrofahrzeuge verkauft. Inzwischen fällt fast ein Drittel aller Neuzulassungen in diese Kategorie. Elektrofahrzeuge haben den Vorteil, dass sie im Betrieb kein CO2 und weniger andere Schadstoffe ausstossen.

«Wir wollen unsere Rolle als Vorbild wahrnehmen», begründet Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen die vom Regierungsrat verabschiedete Strategie «CO2-neutrale Mobilität», mit welcher der Kanton seine Flotte in Zukunft auf umweltschonendere Fahrzeuge ausrichten will. Der Wechsel erfolgt etappenweise, das heisst, wenn jeweils ohnehin Ersatzanschaffungen anstehen. «Es macht keinen Sinn, alle Fahrzeuge auf einmal zu ersetzen. Die Lebensdauer der im Einsatz stehenden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird abgewartet. Zudem kann so jeweils geprüft werden, welches Fahrzeug aktuell die beste Umweltbilanz aufweist, die Einsatzkriterien erfüllt und bezahlbar ist», sagt Joe Christen. Durch den stufenweisen Ersatz ist sichergestellt, dass wertvolle Erfahrungen gesammelt und neuste Entwicklungen stets in die Überlegungen miteinbezogen werden können. «Wir sprechen bewusst von CO2-neutraler Mobilität, weil es im Grunde darum geht, den CO2-Ausstoss zu limitieren. Ob dies mittels Elektromobilität oder mit einer anderen Technologie am besten erreicht wird, halten wir uns für die Zukunft offen», so der Landwirtschafts- und Umweltdirektor. Er geht davon aus, dass etwa hinsichtlich Leistungsfähigkeit von Batterien noch einiges geschehen wird in den nächsten Jahren. Dies ist auch zwingend, um zum Beispiel Spezialfahrzeuge des Kantons mit höherem Energiebedarf zweckmässig betreiben zu können.

In einem ersten Schritt werden daher jene Fahrzeuge elektrifiziert, die am Markt etabliert sind, so zum Beispiel Personenwagen, die keine speziellen Einsatzkriterien erfüllen müssen. Die kantonale Flotte umfasst gegenwärtig rund 80 Fahrzeuge, wovon bisher ein Elektroauto im Einsatz steht. Der jährliche Treibstoffverbrauch beträgt rund 15’000 Liter Benzin und 71’000 Liter Diesel. Ist die neue Strategie umgesetzt, kann in Zukunft ein jährlicher CO2-Ausstoss von gegen 221 Tonnen eingespart werden.

Da nicht die gesamte Fahrzeugflotte auf einmal ersetzt wird, sind die Gesamtkosten schwer zu beziffern. Die Beschaffungskosten von Elektrofahrzeugen sinken laufend und es ist mittelfristig damit zu rechnen, dass diese nicht nur im Betrieb, sondern auch beim Kauf deutlich günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sein werden. Die finanziellen Mittel sind jeweils im Rahmen des Budgets von den betreffenden Amtsstellen einzukalkulieren.

Anlagen auf eigenen Dächern liefern den Strom
Die Strategie «CO2-neutrale Mobilität» basiert auf dem kantonalen Energieleitbild von 2019 und dem Gegenvorschlag zur Klimainitiative, den das Nidwaldner Stimmvolk im März dieses Jahres angenommen hat. Um die Elektrofahrzeuge in Zukunft autonom laden zu können, werden an den grösseren Standorten der Verwaltung in den nächsten Jahren Ladestationen installiert. In zweiter Priorität sollen diese gegen Bezahlung eines kostendeckenden Strompreises auch von Mitarbeitenden mit eigenen Elektroautos genutzt werden können. «Wir wollen dadurch unter den Mitarbeitenden einen Anreiz schaffen, den privat verursachten Ausstoss von Schadstoffen zu reduzieren», hält Joe Christen dazu fest. Der für die Ladestationen benötigte Strom soll in Zukunft von Photovoltaikanlagen auf Dächern der eigenen Liegenschaften produziert werden.

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