Kanton erreicht Etappenziel auf dem Weg zu einem Mountainbikewegplan

Der Nidwaldner Regierungsrat hat das Mountainbike-Konzept verabschiedet, nachdem dieses in der Vernehmlassung grossmehrheitlich auf positive Resonanz gestossen ist. Das Konzept berücksichtigt die Interessen aller Anspruchsgruppen. Dadurch sollen Nutzungskonflikte auf bestehenden und neuen Wegen minimiert werden. Auf Basis des Konzeptes soll in den nächsten Jahren ein rechtwirksamer Mountainbikewegplan erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Bedeutung des Mountainbikens hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die wenigen bestehenden Bike-Infrastrukturen in Nidwalden werden rege genutzt. Auch auf Wanderwegen sind Mountainbikende oft anzutreffen. Dies führt zu Konflikten zwischen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern, Wandernden und Bikenden – Tendenz zunehmend. Nun hat der Kanton Nidwalden ein Mountainbike-Konzept erarbeitet, nachdem vor einiger Zeit die bestehende Fachstelle für Wanderwege in der Landwirtschafts- und Umweltdirektion um den Bereich Mountainbiken erweitert worden war. Bei der Erarbeitung wurden rund 30 Organisationen und Interessengruppen mittels Infoanlässen und einer Dialogveranstaltung miteinbezogen. Im Zentrum des breit abgestützten Konzepts, das in der zweiten Jahreshälfte 2023 in die politische Vernehmlassung gegangen war, steht die einvernehmliche gemeinsame Nutzung der Weginfrastruktur durch Wandernde, Bikende und weiteren Gruppen. Eine Entflechtung der Wege gelangt dort zur Anwendung, wo dies die Sicherheit erfordert.

Diese Stossrichtung ist in der Vernehmlassung grossmehrheitlich unterstützt worden. Ebenso ist der Handlungsbedarf unbestritten und wird ein zügiges Vorgehen begrüsst. Ein zusammenhängendes, attraktives Bikewegnetz, das ans bestehende Velowegnetz und den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist, ermöglicht es, den Sport sicher und direkt vor der Haustür auszuüben. Das Konzept berücksichtigt auch wirtschaftliche, räumliche und ökologische Aspekte. Dies gilt insbesondere für die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von betroffenen Flächen sowie für die öffentlichen Interessen wie dem Natur-, Landschafts- und Tierschutz. Schliesslich zeigt das Konzept auch Schnittstellen zu den Nachbarkantonen auf. «Das Mountainbike-Konzept macht Nidwalden zu einem noch attraktiveren Kanton für alle, die gerne in der Natur aktiv sind. Wir setzen uns für ein verständnisvolles Miteinander aller Anspruchsgruppen ein», hält Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen fest.

Insgesamt sind in der Vernehmlassung 41 Stellungnahmen eingegangen. Dadurch konnten einige zusätzliche Anliegen aufgenommen werden. So wurde unter anderem von verschiedener Seite ein aktiver Beitrag der Bike-Community zur Erhaltung des Bikewegnetzes gefordert. Der Verein MTB Nidwalden agiert seit über einem Jahr als Dachverband lokaler Bikevereine. Gemäss dem vom Regierungsrat nun verabschiedeten Konzept soll der Verein aktiv bei der Pflege von öffentlichen Wegen mitwirken, ähnlich wie dies der Verein Nidwaldner Wanderwege bereits macht. «Bei aller Freude über die boomende Sportart und das touristische Potenzial – wir dürfen dabei die Bedürfnisse der ganzen Gemeinschaft und den Schutz der Umwelt nicht aus den Augen verlieren», betont Joe Christen.

Als nächster Schritt werden die Ziele des Konzepts in die Teilrevision des kantonalen Fuss- und Wanderweggesetzes integriert, um die Vorgaben des Bundesgesetzes über Velowege zu erfüllen. Diese Änderungen sollen bis 2026 in Kraft treten. Das Konzept zusammen mit dem revidierten Fuss- und Wanderweggesetz dienen als Grundlage für einen rechtswirksamen Mountainbikewegplan, den Nidwalden bis 2030 realisieren will. Dadurch wird die rechtliche Basis für Planungsprozesse und die Realisierung von Mountainbike-Infrastrukturen im Kanton Nidwalden geschaffen.

Initiativen für ein verantwortungsbewusstes Mountainbiken
Nidwalden setzt bereits jetzt – gemeinsam mit den weiteren Zentralschweizer Kantonen – Projekte zur Prävention und Sensibilisierung für Mountainbikende um. Der «Mountainbike-Kodex Zentralschweiz» fördert mit Kampagnen das verantwortungsvolle Verhalten auf öffentlichen Wegen. Parallel dazu stärkt «Fair Trail», ein Projekt der Neuen Regionalpolitik (NRP), das Verständnis und respektvolle Miteinander der Nutzer- und Anspruchsgruppen im Outdoor-Tourismus.

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