Dolmetschdienst Zentralschweiz: Zusammenarbeit mit Caritas Luzern wird weitergeführt

Caritas Luzern betreibt für mindestens weitere vier Jahre den Dolmetschdienst Zentralschweiz im Auftrag der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug. Damit setzen die Zentralschweizer Kantone bei der Vermittlung von interkulturell Dolmetschenden und Vermittelnden in Bereichen wie Bildung, Gesundheit oder Soziales auf eine bewährte Partnerin.

Aufgrund des geltenden Beschaffungsrechts hat der Kanton Luzern im Auftrag der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK) die «Führung des Dolmetschdienstes Zentralschweiz» öffentlich ausgeschrieben. Interessierten Bewerberinnen und Bewerbern wurde dabei die Möglichkeit geboten, ihre Eignung nachzuweisen. Caritas Luzern, die den Dolmetschdienst Zentralschweiz bereits seit 2006 betreibt, war die einzige Anbieterin und erfüllt die Anforderungen vollumfänglich. Sie hat daher den Zuschlag erhalten. Der entsprechende Zusammenarbeitsvertrag für die Jahre 2024-2027 wird nächste Woche unterzeichnet.

Dolmetschen als Element der Integration
Der Dolmetschdienst Zentralschweiz vermittelt bei Bedarf qualifizierte interkulturell Dolmetschende und Vermittelnde. So können Institutionen und Privatpersonen vorwiegend in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales auf professionelles Dolmetschen zurückgreifen. 2022 hat der Dolmetschdienst Zentralschweiz für rund 1’200 Kundinnen und Kunden über 35’000 Dolmetschstunden vermittelt. Brigitte Hürzeler, Integrationsbeauftrage Kanton Nidwalden: „Das professionelle Dolmetschen ist gerade in sensiblen Bereichen wie einem Arztbesuch oder einem Behördengang von grosser Bedeutung, denn hier können Missverständnisse gravierende Folgen haben. Dolmetschdienstleistungen sind ein wesentliches Element für die Verständigung und Integration, entbinden aber nicht von der Verantwortung, Deutsch zu lernen.“

Regionalität wichtig, Weiterentwicklung nötig
Der Dolmetschdienst Zentralschweiz will sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Christan Vogt, Leiter Soziale Integration bei Caritas und verantwortlich für den Dolmetschdienst, dazu: „Wir erleben aktuell eine grosse Dynamik im Bereich des Dolmetschens. Neue, auch KI-basierte Tools, sowie videobasierte Lösungen bieten neue Möglichkeiten. Neben der hohen Qualität bei den Vorort-Dienstleistungen sind wir laufend daran, auch ortsunabhängige oder gar automatisierte Lösungen zu testen und zu implementieren. Mit dem Videodolmetschen haben wir letztes Jahr einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.“

Caritas Luzern vermittelt über 200 Dolmetschende in rund 40 Sprachen. Aufgrund dieses grossen Pools und der regionalen Verankerung ist die ganze Zentralschweiz erschlossen. Der Nidwaldner Regierungsrat Othmar Filliger, Präsident der ZRK, gewichtet diesen Aspekt hoch: „Es ist sehr wichtig, dass neben digitalen Möglichkeiten auch weiterhin die Vorortpräsenz gewährleistet ist. Ein einzelner Kanton könnte nur einen Bruchteil des Angebots gewährleisten.“

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