Das «Postillon» wird künftig als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt

Der Zustrom an Schutzsuchenden aus der Ukraine ist zuletzt zurückgegangen. Dagegen prognostiziert das SEM eine steigende Zuwanderung von Flüchtlingen aus anderen Ländern. Der Kanton schafft nach Absprache mit der Gemeinde Buochs zusätzliche Kapazitäten für die Unterbringung von geflüchteten Personen, indem das Hotel-Restaurant Postillon dafür zwischengenutzt wird.

Der Kanton Nidwalden erweitert seine Kapazitäten für die Aufnahme von vertriebenen Personen, die in der Schweiz Zuflucht suchen. Dies aufgrund der Prognosen des Staatssekretariats für Migration (SEM), wonach in den nächsten Monaten mit einem stärkeren Zustrom an Flüchtlingen zu rechnen ist als ursprünglich erwartet. Gemäss nationalem Verteilschlüssel hat Nidwalden 0.5 Prozent aller Zugewanderten in der Schweiz aufzunehmen. In Zahlen ausgedrückt ist für das laufende Jahr von insgesamt rund 200 Flüchtlingen auszugehen, für die eine Unterkunft und angemessene Betreuung sicherzustellen ist.

Die Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen ist zentral beim Kanton angesiedelt, der hierfür mit den Gemeinden einen engen Austausch pflegt. Neben langjährigen Asylunterkünften hat der Kanton vor allem aufgrund der Auswirkungen des Ukraine- Krieges zu Beginn des Jahres eine Unterkunft im temporär umgebauten Zeughaus in Oberdorf in Betrieb genommen. Zudem wurde eine Mietvereinbarung mit der Gemeinde Stans getroffen, wonach das alte, inzwischen leerstehende Wohnhaus Mettenweg bis Juni 2025 für das Asyl- und Flüchtlingswesen zwischengenutzt werden kann. «Diese Unterkünfte geben uns eine gewisse Reserve. Wir müssen aufgrund der weltpolitischen Lage aber davon ausgehen, dass die Flüchtlingsströme in Richtung Europa respektive Schweiz in naher Zukunft anhalten werden», sagt Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann. «Der Bund und die Kantone müssen gemäss Asylgesetz rechtzeitig Massnahmen treffen, damit auf Schwankungen der Asylgesuche reagiert werden kann», ergänzt Regierungsrat Peter Truttmann. Deshalb sieht sich der Kanton laufend nach weiteren geeigneten Unterkünften um. Dabei liegt der Fokus auf freistehende oder freiwerdende Objekte, die den Wohnungsmarkt in Nidwalden entlasten.

Der Kanton hat nun mit der Eigentümerschaft des Hotel-Restaurants Postillon, welches auf der Anhöhe zwischen Buochs und Beckenried liegt, einen Mietvertrag unterzeichnet. «Das ‹Postillon› ist mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen und verfügt über einen zweckmässigen Standard», hebt Peter Truttmann hervor und ergänzt: «Ich bin sehr froh, dass die Gemeinde Buochs und die Eigentümerschaft Hand bieten für diese Lösung.» Dadurch kann der Kanton die Unterkunftskapazitäten erweitern, ohne Druck auf den ausgetrockneten Wohnungsmarkt ausüben zu müssen. Der Mietvertrag ist auf maximal fünf Jahre ausgelegt, der Bezug der Unterkunft erfolgt voraussichtlich im Februar/März 2024. Bis vor kurzem diente das «Postillon» seinem ursprünglichen Zweck und wurde von einem Pächter als Hotel betrieben, wobei es sich um eine befristete Zwischenlösung handelte.

«Der Kanton allein kann nicht sämtliche Infrastrukturen für das Asyl- und Flüchtlingswesen zur Verfügung stellen. Auch die Gemeinden stehen in der Pflicht. Die Unterbringung von Zuflucht suchenden Personen ist eine Gemeinschaftsaufgabe», sagt Peter Truttmann. Der Gemeinderat von Buochs erachtet den Standort als vertretbar. Die Tatsache, dass bestehende Räumlichkeiten sinnvoll zwischengenutzt werden und keine Neubauten erstellt werden müssen, führt zu geringeren Investitionskosten. Für den Buochser Gemeinderat ist es wichtig, dass die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort sichergestellt ist und der Kanton die Integrationsbemühungen unterstützt. Dies bestätigt Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann: «Es wird eine Betreuung rund um die Uhr geben. Wir weisen in der Zwischenzeit viel Erfahrung mit Kollektivunterkünften für Asylsuchende auf und haben unsere Betriebskonzepte laufend optimiert.»

Dem Kanton und der Gemeinde Buochs, auf deren Gebiet das Grundstück steht, ist es ein Anliegen, die lokale Bevölkerung und Interessierte über die temporäre Nutzung des «Postillon» als Asylunterkunft aus erster Hand zu informieren. Deshalb findet am Donnerstag, 18. Januar 2024, um 19.30 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Lückertsmatthalle in Buochs statt.

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