Betreuung an Heilpädagogischer Schule soll erweitert werden

Der Ausbau der ausserschulischen Betreuung an der Heilpädagogischen Schule Stans (HPS) steht im Zentrum der Teilrevision der kantonalen Volksschulgesetzgebung. In diesem Schritt sollen weitere Entwicklungen im schulischen Bereich in die Vorlage aufgenommen werden. Diese geht nun in die externe Vernehmlassung.

Die Teilrevision der Volksschulgesetzgebung geht auf einen Vorstoss der Landrätinnen Erika Liem-Gander, Beckenried, und Astrid von Büren Jarchow, Stans, zurück. Darin verlangten sie eine weitergehende ausserschulische Betreuung an der Heilpädagogischen Schule Stans (HPS). Der Landrat hiess die Motion am 26. Oktober 2022 gut und beauftragte damit den Regierungsrat, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten. In diesem Prozess und aufgrund der Entwicklung, dass mehr Klassen an der HPS geführt werden müssen, ist der Regierungsrat zum Schluss gekommen, die Organisation des Zentrums für Sonderpädagogik anzupassen. So sollen die Heilpädagogische Schule und die Heilpädagogische Früherziehung zusammen mit der integrativen Sonderschulung neu in der Abteilung für Sonderpädagogik zusammengefasst und der Schulpsychologische Dienst mit den Therapiebereichen Logopädie und Psychomotorik als Abteilung Schuldienste geführt werden. Diese Organisationsform kennen beispielsweise auch die Kantone Luzern und Obwalden.

Dank der Neuorganisation kann auch die Forderung im Postulat umgesetzt und die Führung einer Tagesschule an der Heilpädagogischen Schule angestrebt werden. Dadurch würde das Betreuungsangebot in den 38 Schulwochen von aktuell 8.00 bis 15.00 Uhr auf neu 7.00 bis 18.00 Uhr ausgedehnt werden. Während den Schulferien ist keine Betreuung geplant. «Der Ausbau ist nicht ohne Aufstockung der Pensen im Sekretariat und beim Assistenzpersonal möglich», betont Bildungsdirektor Res Schmid. Die zusätzlichen Personalkosten werden mit jährlich gesamthaft rund 150’000 Franken beziffert. Die Einführung der Ganztagesschule an der HPS ist für 1. August 2025 geplant.

Der Regierungsrat nutzt den Zeitpunkt der Teilrevision, um den Anpassungsbedarf in weiteren Bereichen des Volksschulgesetzes zu bereinigen. So soll der Bau von Schulanlagen in den Gemeinden nicht mehr der Genehmigung des Regierungsrates unterliegen – auch deshalb, weil die im geltenden Gesetz aufgeführten Kriterien nur einen kleinen Teil der heutigen Vorgaben und landesweiten Richtlinien abdecken. «Die Gemeinden sind auch ohne unsere Vorgaben dazu angehalten, nach den heutigen Richtlinien zu bauen», sagt Res Schmid dazu. Auch beim Erlass von Reglementen für die Benützung der Schulanlagen für ausserschulische Zwecke soll nicht mehr der Regierungsrat, sondern die Gemeindeversammlung das letzte Wort haben.

Ein anderer Punkt der Gesetzesrevision betrifft Elternbeiträge an obligatorische Veranstaltungen im schulischen Umfeld wie Klassenlager, Exkursionen oder Schulreisen. Das Bundesgericht hat vor geraumer Zeit entschieden, dass den Eltern nur noch Verpflegungskosten weiterverrechnet werden dürfen. Diese dürfen – abhängig vom Alter des Kindes – den Betrag von 16 Franken nicht übersteigen.

Der Regierungsrat hat die Teilrevision der Volksschulgesetzgebung in die externe Vernehmlassung geschickt. Diese dauert bis Freitag, 15. März 2024. Im Anschluss daran wird die Vorlage bereinigt, bevor sie in der zweiten Jahreshälfte 2024 im Kantonsparlament beraten wird. Das Inkrafttreten ist auf das Schuljahr 2025/2026 vorgesehen.

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